Wenn ich mich an die
Beerdigung von Tante Waltraud , der Mutter von meinem gleichnamigen
Cousin, erinnere und wie diese Freundin von Frauke herumgelaufen
ist, dann sehe ich den nächsten Beerdigungen voller Erregung
entgegen. Vielleicht sollte ich wie Harold mehr Zeit
in der Kirche verbringen, Mutti hätte nichts dagegen, aber über
diese Astrid damals, hat Mutti sich schon ein wenig echauffiert.
Gut, daß Mutti nicht weiß, daß ich mit dem Handy ein paar Fotos
in dem Raum geschossen habe, wo die Damen seinerzeit nach dem
schweren Gang zu Grabe geruht haben. Witwe Astrid jedenfalls,
hat bis zum Schluß dieses Hütchen mit Schleier nicht abgenommen,
da bin ich sicher.
Angeblich ist Mutti am meisten aufgestoßen, daß Astrid da
geraucht hat. Im schwarzen
Korselett liefen, da schließlich alle rum. Was kann man
auch schon anderes auf einer Grablegung tragen? Na gut, die
hätte darauf achten können auch schwarze Strümpfe zu tragen,
aber das ist doch eigentlich nur der Witwe selbst vorbehalten,
oder irre ich mich?
Es ist mir sowieso ein Rätsel, weshalb Frauen, ob Witwe oder
nicht, sich auf Beerdigungen zwei bis dreimal umziehen müssen,
so als ob, die Klamotten schneller schmutzig werden. Vielleicht
haben die Damen Angst vor dem Leichengeruch oder sie kleckern
zuviel beim Leichenschmaus. Egal, raus aus dem Korselett und
wieder rein ins Korselett. Ich freue mich schon drauf.
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