Zwischen den Jahren war doch das eine oder andere Mal ein
Essengehen mit Mutti fällig. Zufällig landeten wir gleich beim
ersten Mal beim Maharadscha einem indischen Restaurant.
Mutti war begeistert von der Vielfalt der Speisen, auch wenn
ihr das vegetarische Zeug ja nicht so liegt, so vertilgt sie
doch recht gerne das eine oder andere Lamm. Mir war die Küche
eigentlich egal, lecker zwar, aber eben egal. Jedenfalls solange
bis ich vom Klo kam. Oder was ich dafür gehalten hatte.
"Priv" stand an der Tür, die ich in dem schummrigen Flur
öffnete, wo angeblich die Toiletten sein sollten. Jedenfalls
hatte ich mich an dem Männchen orientiert, daß ganz offenkundig
sein Wasser abschlug. In einen Topf versteht sich. Gut Töpfe
gibt es auch in der Küche, aber ... Also ich nahm erst mal an,
das "Priv", das indische Wort für Urinieren war. Ein fataler
Fehler, wie sich schnell herausstellt. Hinter der Tür befand
sich eine Marmortreppe, die offenkundig direkt in die Gemächer
des Restaurant-Maharadschas führt und die im krassen Gegensatz
zu der eher kargen Einrichtung des Gästeraumes fast pompös wirkt.
Noch pompöser war jedoch die Frau, die mir in
Hüfthalter und
Nylons den Weg versperrte. Eine der Köchinnen, wie
sich bald herausstellte, die eine Zigarettenpause machte.
Die indische Köchin war insbesondere für die Vor-
und Nachspeisen zuständig und ließ mich nach einer kurzen Erklärung
meines Daseins von ihrer Spezialität, den "verborgenen Früchten"
kosten. Ein Erlebnisse, daß in mir eine großes Interesse an
der indischen Küche wach küßte und natürlich für indische Köchinnen.
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