Hallo
Frau Kordes, wie ich Ihrem Schreiben entnehme, ist Ihr Sohn
im Umgang mit dem weiblichen Geschlecht nicht sonderlich erfahren.
Das ist zwar keine gute Voraussetzung für eine Ehe, aber als
ehemalige Turnierreiterin habe ich bereits so manchem Hengst
auf die Sprünge geholfen. Daher traue ich mir durchaus zu Ihren
Manfred handzahm und schenkelgefügig zu machen. Was ihre Vorstellung
von Hausarbeit angeht, kann ich Ihren Worten keinerlei Sinn
entnehmen. Wie ich bereits in meinem ersten Schreiben vermerkte,
bin ich eine Frau! So gesehen, stellt sich die Frage nach Fleiß
und Fähigkeiten für mich doch wohl gar nicht, oder?
Ebenso sollte meiner Meinung nach das Verhältnis zwischen
Schwiegermutter und Schwiegertochter ein sich gegenseitig respektierendes
sein. Was Sie also von mir erwarten, sollten Sie auch bereit
für mich zu tun.
Grundsätzlich bringe ich ja auch einiges an Aussteuermasse
in diese Verbindung mit, wovon Sie sich ohne Zweifel auf den
Bewerbungsfotos vergewissern können. Ich entnehme Ihren Worten,
daß Ihr Sohn zumindest im Umgang mit gewichtigen Gütern geübt
zu sein scheint. Dennoch bleibt es fraglich, ob Ihr Sohn mit
uns beiden in einem Haushalt klar kommt. Persönlich bin ich
eher an Lebensgemeinschaften interessiert, in denen die männlichen
Anteile überwiegen. Da fällt dann das Teilen auch leichter und
macht auch mehr Sinn.
Zu
guter Letzt, halte ich Ihre Vorstellungen von regelmäßigen und
portionierten Malzeiten für wenig tragfähig. Da werden weder
Sie noch ich, zu angemessenem Sättigungsgrad gelangen. Und Ihr
Sohn schon mal gar nicht. Ihre Diana.
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