Sehr
geehrte Frau Kordes, natürlich kenne ich mich in der Kindererziehung
aus. Ich habe umfangreiche pädagogische Kenntnisse im
Kloster zur heiligen Agnes erwerben dürfen. Dabei wurde
von unserer Äbtissin darauf geachtet, daß bei den vielfach erforderlichen
erzieherischen Maßnahmen ein gesundes Maß nicht überschritten
wurde. Die angesprochenen Arbeitszeiten sollten insofern kein
Problem darstellen, da mein Arbeitstag derzeit um 4:30 beginnt
und um 22:00 Uhr endet. Selbstverständlich ebenfalls sieben
Tage die Woche. Ich kann mir nicht vorstellen, daß eine halbe
Stunde mehr mir schaden wird. Einzig ein kleines Kämmerchen
mit genügend Platz, für meine Reliquien, insbesondere den Stab
des heiligen Antonius, den ich täglich zum stillen Gebet benötige,
sollte mir jedoch zur Verfügung stehen.
An eine strenge Führung bin ich von je her gewöhnt,
da ich gleich nach dem Waisenhaus ins Kloster übergesiedelt
bin. Und das die Arbeit hier wie dort kein wirkliches Zuckerschlecken
ist, weiß ich aus Erfahrung und dank meiner
Äbtissin, die mich in besonderem Maße in den alltäglichen
und nutzbringenden Gebrauch meiner Hände eingewiesen hat.
Auf
den Bewerbungsfotos bin ich leider nur in meiner Tracht zu sehen,
wenn es jedoch zu einer Verbindung mit Ihrem Manfred kommen
sollte, werde ich meine Kleidung selbstverständlich den veränderten
Bedingungen anpassen. Ich bin sportlich und habe einen gut ausgeprägten
Gleichgewichtssinn, so daß die gewünschte Absatzhöhe selbst
beim Fensterputzen keinerlei Schwierigkeiten bereiten sollte.
Ich freue mich bereits, Ihnen und Ihrem Sohn in jeder Weise
dienlich zu sein und verharre erwartungsfroh in verschwiegener
Demut, Ihre Corie.
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